Montag, 8. Oktober 2001


Urs Zimmermann aus Hinwil ZH fährt mit seinem Vollblut Rollerblades


„Sach“ ist verrückt nach Sport
VON CHRISTINE NAEF (TEXT) UND PHILIPPE ROSSIER (FOTOS)

Ein Vollblut im Galopp ist nichts Aussergewöhnliches. Ziemlich ungewohnt jedoch ist der Anblick, wenn es den Reiter auf Rollerblades hinter sich herzieht! Damit nicht genug: Vollblut „Sach“ fährt mit seinem Besitzer Urs Zimmermann auch Wasserski.

„Freunde hielten es nicht für möglich, dass ein Mensch, vom Pferd gezogen, aus dem Wasser kommt“, erzählt Urs Zimmermann über das verrückte Abenteuer dieses Sommers. „Also trainierten wir!“

Am Strand von Feldbach am Zürichsee gewann das Team die Wette! Zimmermann: „Mein Freund Toni musste meinem Vollblüter „Sach“ in kürzester Zeit auf Höchstgeschwindigkeit bringen, damit ich sofort und ohne Sturz auf die Wasseroberfläche kommen konnte. Dann konnte „Sach“ normal durchs Wasser galoppieren. So haben wir 200 Meter zurückgelegt, mehr Platz war nicht“, bedauert der 47-jährige Werbeassistent aus Hinwil ZH. Er ist seit 30 Jahren im Pferdesport aktiv.

Stets mit von der Partie ist Mischlingshündin „Cicca“ (5), wenn Meister und „Sach“ ausreiten – oder eine neue Verrücktheit aushecken wie Offroad-Kjöring, das Fredi Wolf aus ST. Moritz, genannt „Lupo“, als Sommer-Alternative zum Skikjöring erfunden hat.

Wie schwierig dies ist, davon ahnt der Zuschauer allerdings nichts. Er sieht ein freudig galoppierendes Pferd, das einen strahlenden Menschen auf Rollerblades hinter sich herzieht. Die Offroad-Schuhe des Piloten sind luftbereift und verfügen über eine selbst konstruierte Bremse.

„Sach“ kam als 5-jähriges englisches Vollblut zum Pferdenarr. Dank seiner Erfahrung im Fahr- und Militarysport bildete Urs Zimmermann seinen Wallach selbst aus. Eine innige Beziehung und grenzenloses Vertauen sind die Voraussetzungen, damit er mit dem heute 11-jährigen „Sach“ „praktisch alles machen kann“. Um die Verbundenheit des sportlichen Trios optisch zu dokumentieren, tragen alle drei einen blonden Haarschopf oder eine blonde Mähne.

Das nächste Abenteuer? Zimmermann überlegt nicht lange: „Ich möchte mit „Sach“ und „Cicca“ von Feldbach zur Insel Ufenau schwimmen.“ Eine Strecke von etwa einem Kilometer!“ „Da mir „Sach“ problemlos nachschwimmt, dürfte ihm dieses Abenteuer mit dem nötigen Aufbautraining keine Schwierigkeiten bereiten. Selbstverständlich werden Freunde in einem Boot den Tross begleiten“, betont Zimmermann.

Dem Vollblut liegt der Rennsport im Blut

Der englische Vollblüter ist auf mittlere und lange Distanzen das schnellste und wertvollste Pferd weltweit. Seine Verwendung findet er vor allem im Rennsport. Bei der Zucht von Sportpferden sowie bei der Veredlung anderer Rassen spielt das englische Vollblut eine wesentliche Rolle. Entstanden ist die Rasse im 17./18. Jahrhundert in England. Auffallend am Vollblüter sind dessen perfekte Körper-Proportionen, seine Leistungsbereitschaft, sein Mut und auch sein sensibler, feinfühligern Charakter.


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