Schwimmen

und andere "Wasserspiele" mit Pferden

Um mit einem Pferd richtig und somit gefahrlos schwimmen zu können - nicht zu verwechseln mit baden - muss man sich zuerst Gedanken darüber machen wie ein Pferd schwimmt. Es schwimmt sehr viel später als der Mensch glaubt. Wird das Wasser tiefer, stellt sich das Tier auf die Hinterbeine und schreitet weiter bis es eine Wassertiefe von etwa zwei Metern erreicht hat. Ab jetzt beginnt es wirklich zu schwimmen. Die Rückenlinie liegt unter Wasser und nur ein kleiner Teil des Halses und der Kopf ragen noch heraus.
Damit das Pferd im Wasser und auf dem Lande richtig kontrolliert werden kann, sollte dem Pferd ein Zaum mit weicher Trense angezogen werden. Gamaschen sollten keine benutzt werden, weil die Gefahr des Zusammenhakens zu gross ist. Ein zusätzlicher Halsriemen ist zu empfehlen, damit sich der Reiter bei Sitzproblemen nicht am Zügel festhalten muss!
Der Reiter sitzt ohne Sattel auf dem Pferd und treibt es ruhig, aber bestimmt ins Wasser. Verliert das Pferd den Boden unter den Vorderhufen, lässt er sich sofort ins Wasser gleiten. Der Reiter darf unter keinen Umständen auf dem Pferd bleiben - er würde das Pferd sofort unter Wasser drücken. Die glatt am Pferdehals anstehenden Zügel nimmt er in die rechte Hand, während er sich gleichzeitig an den letzten Mähnenhaaren festhält. Möchte das Pferd die Richtung ändern, so bringt ein leichter Zug am entsprechenden Zügel das Tier wieder in die alte Richtung zurück. Der ausgestreckte Arm garantiert den richtigen Abstand zum Pferd damit die Vorderhufe den Beinen des Schwimmers nicht zu nahe kommen. Zu scharfe Zügeleinwirkung oder gar Hängenbleiben können leicht zum Überschlagen des Pferdes führen und sind sehr gefährlich.
Viel besser ist es jedoch, wenn der Reiter seinem Tier vorausgeht. Das gibt dem Pferd die Möglichkeit, seinem Reiter/Alphatier vertrauensvoll nachzuschwimmen. Achtung - die Pferde sind normalerweise viel schneller als der Mensch und es kann passieren, dass das Pferd den Menschen an Land zieht (meistens schwimmt das Pferd um den Menschen herum dem Ufer entgegen) und wenn der Schwimmer es los lässt, sucht es unter Umständen das Weite!
Wenn auch mehrere Pferde zusammen williger ins Wasser gehen, so muss immer für einen grossen seitlichen Abstand untereinander gesorgt werden. Leicht kann es passieren, dass sich die einzelnen Paare behindern. Das Schwimmen bietet an heissen Sommertagen für Reiter und Pferd eine schöne und erfrischende Abwechslung. Man muss aber bedenken, dass das Reiten ohne Sattel, auf einem nassen und rutschigen Pferderücken, eine gewisse Übung braucht. Wenn aber die Pferde langsam an das Wasser gewöhnt werden, die «Galopparbeit» im spritzenden Wasser vorsichtig gesteigert wird und bei den ersten Schwimmversuchen den Tieren viel Zeit gelassen wird, so werden beide daran grossen Spass haben.

Wasserskifahren gezogen vom Pferd

Angestachelt durch Gespräche mit aktiven Wasserskifahrer "das geht nie - ihr bringt die nötige Geschwindigkeit nie hin" versuchten wir es.
Es gelang ! In Feldbach am schönen Zürichsee konnte Toni und ich mit Sach ca 150m dem Ufer entlang Wasserskifahren. (1998)

Water Horse Race 1996 in Locarno

Vermutlich zum ersten Mal - und bisher nie mehr - in der Geschichte des Pferdesportes wurden in Locarno zwei geschwommene Pferderennen durchgeführt. Mitte Juni 1996 hatte Dieter Speidel diese spektakuläre Prüfung, nebst diversen Western-Disziplinen die auf Zeit geritten werden, organisiert. Für beide Schwimmrennen standen total 3000 Franken Preisgeld zur Verfügung. Das Siegergeld betrug Fr. 1200.-. Dieser Verlockung konnten über 20 verwegene Reiter aus Italien, Frankreich, Kanada und der Schweiz nicht widerstehen. Es galt nach dem Start zuerst eine Strecke von zwölf Metern auf dem sandigen Boden und anschliessend sechzig Meter im Wasser um eine Boje herum zurückzulegen. Wobei nur die Distanz von ungefähr zwanzig Meter, um den Wendepunkt, geschwommen werden musste. Zur Sicherheit von Pferd und Reiter wurde eine Schwimmweste empfolen und die Pferde mussten ein Halfter und ein Zaum tragen. Zudem lagen genügend Rettungsboote der Seepolizei vor Anker.

Mein Vollblüter SACH CH und ich konnten als Sieger (Artikel) und um CHF 1200.- reicher, zufrieden nach Hause fahren.


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